Das Leben als Formel

Ein Gefühl, etwas zu verpassen, durch die geglaubte Tatsache, das Leben an sich längst zu kennen. Eine beliebige Abfolge von Ereignissen, daraus folgender Reaktionen und Gegenereignisse. Durch das Bewusstsein, und die Kenntnis ob der Anzahl der Möglichkeiten n werden die Abläufe vorhersehbar, leicht zu berechnen, und sind letzten Endes nur mehr selten überraschend. Durch Hinzufügung der neu gelernten Optionen wird das Leben zu nicht mehr als einem Spiel, dessen Regeln man begriffen hat. Schach.
Schwarze und weiße Figuren, und man selbst bewegt beide Seiten. Wird es zu langweilig, geht man dazu über, sich mit der Rolle des Zusehers zu begnügen. Man studiert die Figuren, gewahr ihrer jeweiligen Bewegungsmöglichkeiten und nimmt ihre Züge als logische Folge aller vorhergegangenen Operationen wahr, welche sich wiederum im jeweiligen Raster bewegen.
Gelegentlich hat man die Möglichkeit, die Größe der ihnen zugesprochenen Optionen zu erweitern, beugt somit Überraschungen vor, und gestaltet die Sache wieder etwas spannender.
Letztendlich muss man jedoch feststellen, dass der eigene Geist, je größer er wird, und je schneller er lernt, immer weniger Möglichkeiten erfährt, gefordert zu werden und im selben Maße weiter zu wachsen. Die Lebensformel, die er für sich erstellt und erfahren hatte verliert zunehmend an Bedeutung, nimmt sie ihm doch die Möglichkeit weiterzuleben.
Als eine jener Figuren, die zu sein er sich hatte wehren wollen muss er letzten Endes feststellen, dass er selbst der eigenen Berechenbarkeit nicht umhin kann.
Hatte er sie doch selbst als omnipräsent und absolut erkannt.
..Matt.

14.8.06 13:33
 


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